Ev. Kirchengemeinde Gersdorf

Die Kirche zu Gersdorf ist ein massives Gebäude. Die Meißener Bistumsmatrikel von 1495 nennt einen Altar, dem Erzpriesterstuhl Reichenbach zugehörig.
Als erster evangelischer Pfarrer wird 1539 Andreas Hiller erwähnt.
Die Saalkirche ist im Kern spätromanisch und spätgotisch. Nach Zerstörungen im 30-jährigen Krieg  wurde sie wieder aufgebaut. Weitere Umbauten sind 1685-1694 und um 1889 nachgewiesen. Vom spätromanischen Bau ist noch der eingezogene, quadratische Chor und die halbrunde Apsis erhalten. Die Spitzbogenfenster des Saales sind in die Zeit um 1685 zu denken. Das Satteldach und der Dachreiter aus Holz sind in das 17. Jh. einzuordnen. An der Chornordseite ist eine Loge am Ende des 17.Jh. angebaut. Es ist ein Sandsteinrelief mit dem Wappen der von Nostitz mit der Jahreszahl 1691 zu finden. In der Saalsüdwand ist das ehemalige Sandsteinportal mit Spitzbogen und profiliertem Gewände  erhalten. Es ist vermauert und nur als Nische ablesbar.
der Westseite ist die ehemalige  Außenwand geöffnet und durch einen schmalen Eingangsbau mit gerundeten Ecken um 1889 erweitert. Hier befinden sich die Treppen zu den Emporen des Saales und der Zugang zum Dachtragwerk. Im geöffneten Bogen ist auch die Orgel eingestellt. Die Gersdorfer Kirche wird zuerst als selbständige Pfarrkirche im Jahr 1346 erwähnt.
Der Innenraum ist jetzt geprägt durch eine flache verputzte Holzbalkendecke, deren Tragbalken von Nord nach Süd streichen. Schlichte hölzerne eingeschossige Emporen sind beidseitig der Längsseiten und auf der Westseite im Schiff. Der Chorbogen / Triumphbogen ist rundbogig ausgeführt. Der quadratische Chor ist mit spätmittelalterlichem Kreuzrippengewölbe überspannt. Die Gewölbekappen tragen aufgemalte Wappen. Die  Malereien mit den Wappen des Stammbaums der Familie von Salza aus dem 18. Jh. Auf der Nordseite befindet sich die angebaute Loge, die mit reich stuckierter Wand mit doppelten Pilastern, Engel im Flachrelief und Wappen der von Nostitz in einer Kartusche gefasst abschließt. Ein einfacher Sandsteinaltar von 1617. Das Altarbild mit Darstellung der Grablegung Christi. Aus gleicher Zeit stammt die oktogonale Holzkanzel, deren Säulen im 20 Jh. gekürzt wurde. Ein neugotischer Taufstein von 1849 ist mittig im Chor aufgestellt.
Die Orgel von 1854, von Heinrich Biesterfeld, die in der überwölbten Öffnung des ehemaligen Westgiebels aufgestellt ist.
In einer Nische hinter dem Altar ist ein prächtiger Steinsakrophag mit farbiger Fassung für Joachim Ernst von Nostitz um 1700 eingestellt. Sein Sandsteinepitaph an der Apsisnordwand mit Darstellung des Verstorbenen in Rüstung um 1710. Gegenüber steht das Sandsteinepitaph für seine Frau Dorothea Tugendreich, geb. Schachmann. Sie trägt eine zeitgenössische Tracht ( Anfang 18. Jh.)
An der Chorsüdwand hängt eine gerahmte Grabfahne des Georg Adolf von Salza, bez.1669. Leuchter, Taufschale und Abendmahlgeschirr sind umfangreich in den Kirchenakten beschrieben und dokumentiert. Die Fussböden sind mit Betonplatten ausgelegt. Die Bankreihen sind im Saal in zwei Blöcken auf Kanthölzern aufgestellt und werden vom Mittelgang erschlossen.
In der Nachbarschaft von Kirche und Pfarrhaus befindet sich das Schloss. Ein Gebäudekomplex aus dem 19.Jh mit altem Kern und ehemals umgeben mit einem Wassergraben. Dieser Dorfkern ist im Ensemble geschützt. Im Jahre 2019 wurde der gesamte Dachstuhl, einschließlich Deckung und der Kirchturm erneuert.