
Pfarrer Jörg Michel (Ev GKG Markersdorf – Königshain)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Die regionale Zusammenarbeit wird sich verstärken. Was bei den Konfirmanden schon ‚normal‘ geworden ist, wird sich für andere Gemeindebereiche entwickeln. Die hauptamtlichen Kompetenzen (pastorale Arbeit, Gemeindepädagogik, Kirchenmusik) werden weniger werden aus Kostengründen, aber sie werden mehr gestreut, um Ehrenamtliche vor Ort mit einzubinden.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich will gern diese Entwicklung begleiten und die ‚Kommunikation‘ zwischen Kirchenkreis und Kirchengemeinden fördern. Die neu gewählten Kreissynodalen werden für ihren Wahlbezirk dafür eine besondere Verantwortung haben. Persönlich möchte ich mich für das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ einbringen, das in der letzten Legislaturperiode wenig Resonanz gefunden hat aufgrund der vielfältigen anderen Themen (Strukturveränderungen usw.), die die Kirchengemeinden beschäftigt haben. Gleichfalls liegt mir etwas an einer Kirche, die sich eindeutig gesellschaftlich äußert für die Schwächsten und Benachteiligten.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Zu nennen wäre hier vielleicht die Mitarbeit in solchen Gremien seit etlichen Jahren – in Kreissynode und Landessynode. In meiner früheren Pfarrstelle in Hoyerswerda-Neustadt hatte ich mich eingebracht bei dem Netzwerk ‚Zivilcourage Hoyerswerda‘ und dem Bürgerbündnis ‚Hoyerswerda hilft mit Herz‘, das sich für die Integration von Geflüchteten engagierte.

Pfarrer Alexander Stokowski (Ev GKG Schöps und Neiße)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich wünsche mir, dass der Kirchenkreis SOL auch in sechs Jahren erkennbar der Kirchenkreis SOL ist – mit seinem eigenen Profil, seinen Gemeinden und seiner Verwurzelung in der Region. Auch wenn unsere Zahlen kleiner werden, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott seine Kirche weiterführt. Darum wünsche ich mir einen Kirchenkreis, in dem Gemeinden enger zusammenarbeiten, einander stärken und bereit sind, neue Wege zu erproben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Die Herausforderungen sind groß, und einfache Antworten gibt es selten. Veränderungen sind manchmal nötig – aber sie sollten sinnvoll sein und nicht um der Veränderung willen geschehen. Mir ist wichtig, dass wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen und bei allem den geistlichen Auftrag der Kirche im Blick behalten.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich bringe Lebenserfahrung aus verschiedenen Teilen Deutschlands sowie aus Polen mit. Prägend war auch mein Auslandsstudium in Jerusalem. Ich halte es für wichtig, verschiedene Sichtweisen gelten zu lassen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Als Pfarrer ist es mein Ziel, in der Verkündigung seelsorglich zu predigen und Menschen im christlichen Glauben zu stärken.

Pfarrer Kevin Houghton (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich den Kirchenkreis als klar geistlich profiliert und zugleich organisatorisch beweglich: weniger auf „Bewahrung von Strukturen“ fokussiert, stärker auf Auftrag, Präsenz und Kooperation. Ich wünsche mir vernetzte Regionen, in denen Gemeinden, Dienste und Werke gemeinsam planen, Ressourcen teilen und dennoch erkennbar vor Ort bleiben.
Finanziell und personell wird der Druck weiter steigen – umso wichtiger ist eine realistische Prioritätensetzung, transparente Entscheidungen und eine Kultur, die Mut macht: Kirche als verlässliche Partnerin in Bildung, Diakonie, Seelsorge und gesellschaftlichem Zusammenhalt – besonders auch in ländlichen Räumen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte drei Dinge konkret voranbringen:
Beteiligung und Transparenz: Entscheidungen nachvollziehbarer machen (Ziele, Kriterien, Folgen). Beteiligungsformate stärken, damit Haupt- und Ehrenamtliche frühzeitig eingebunden sind – und nicht erst, wenn alles „fertig“ ist.
Prioritäten klären – Auftrag stärken: Eine verständliche gemeinsame Linie: Was hat Vorrang (Gottesdienst, Seelsorge, Arbeit mit Kindern/Jugend, Diakonie, Bildung) – und was können wir künftig nur noch kooperativ oder reduziert leisten?
Zusammenarbeit erleichtern: Regionale Kooperationen so gestalten, dass sie entlasten statt belasten: klare Zuständigkeiten, weniger Doppelstrukturen, gute Kommunikation, Unterstützung für Ehrenamtliche.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich stehe als junger Kollege im Entsendungsdienst für eine Generation, die Kirche bereits in einer Phase des Umbruchs erlebt. Das ist für synodale Arbeit eine Chance: Veränderungen nicht nur verwalten, sondern gestalten – so, dass sie für Haupt- und Ehrenamtliche nachvollziehbar und machbar sind.
Ich bringe Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit und die Bereitschaft mit, mich intensiv in Themen wie Kooperationen, Nachwuchs/Ehrenamt und neue Formen kirchlicher Präsenz einzuarbeiten.

Thomas Seidel (Ev. GKG an Schöps und Neiße)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Gemeinsames Miteinander über alle Altersgruppen. Das sich die Aufgaben auf viele Schultern verteilen und nicht nur die aktiv sind, die schon immer alles gemacht haben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Unterstützung und Hilfen schaffen für ehrenamtlich Tätige.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich habe den KFU absolviert und gestalte als Lektor Gottesdienste in unserer Gemeinde. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und bin seit mehr als 43 Jahren bei der Deutschen Post beschäftigt, davon 27 Jahre als Sachbearbeiter. Jetzt bin ich in der Freistellung der Altersteilzeit.

Gerlinde Wünsche (Ev. GKG Markersdorf-Königshain)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich wünsche mir, Kirchengemeinden (inklusive Ortsgemeinden) mit gut besetzten und arbeitsfähigen Gemeindekirchenräten (inklusive Ortskirchenräten), die (noch) Freude, Elan und Spaß an dieser Arbeit haben, die ihre Aufgaben kennen und wahrnehmen und an möglichst vielen Stellen Multiplikator sind. Wenn es uns gelingt, die gesamte Aufgabenvielfalt breiter zu verteilen, kann viel erreicht werden und Ehrenamtliche werden vor Überforderung und Frustration geschützt. Eine gute Balance zwischen dem was „meine Aufgabe“ ist und dem „was kann ich gut abgeben“ ist zu finden – und könnte so manche gewinnbringende Nebenwirkungen haben. Gemeinschaft wird gelebt, eine Identifikation mit „meiner Kirchengemeinde“, so manche guten Gespräche, Ideen und Pläne kommen beim Miteinander tun ans Tageslicht bzw. werden ausgesprochen und – vielleicht auch umgesetzt. Ich sehe hier ein großes Potential, dass uns in den nächsten Jahren in unserer Arbeit in den Kirchengemeinden helfen kann.
Die Ältesten in den Gemeindekirchenräten sind oft am Rand ihrer Kraft.
Eine der Aufgaben der Gemeindekirchenräte sehe ich, in der breiteren Organisation des Ehrenamtes über alle Aufgaben in der Kirchengemeinde.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
– Stärkung der Gemeindekirchenräte incl. Ortskirchenräte
– Wie kann es uns gelingen, mehr Menschen in das kirchliche Engagement einzubeziehen
– Was sind unsere Kernaufgaben gemäß unserem kirchlichen Auftrag, worauf sollten wir uns konzentrieren in unseren Kirchengemeinden, wo müssen wir uns an neue Lebensverhältnisse anpassen (z.B. Gottesdienst, Kinder- und Jugendarbeit incl. Konfirmandenunterricht, Gebäudestruktur, Finanzen)
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Erfahrung in der synodalen Arbeit habe ich keine! Seit vielen Jahren bin ich Mitglied im GKR Markersdorf und jetzt nur im Ortskirchenrat Markersdorf. Und seit über 30 Jahren bin ich im kirchlichen Dienst, erst im Landesjugendpfarramt der damaligen Landeskirche Schlesische Oberlausitz, und seit 1999 im Bereich der Liegenschaftsverwaltung tätig, seit 2005 im KVA Lausitz, weiterhin im Bereich der Liegenschaften.
Aufgrund meiner Arbeit habe ich täglich mit Kirchengemeinden, GKR, Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Ältesten zu tun und nicht zuletzt natürlich auch mit unserer Rechtsaufsichtbehörde, dem Konsistorium. Kirchengesetze, Verwaltungsvorschriften und Verwaltungsausführungsverordnungen sollen unser Handeln auf sicherer Ebene ermöglichen und sind eben manchmal nicht so einfach zu verstehen – da könnte ich ggf. Kompetenz einbringen. .

Ulrich Warnatsch (Ev. Hoffnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich hoffe, dass es in überschaubar großen Gemeinden dann eine gewachsene Zahl von Ehrenamtlichen in allen Arbeitsbereichen gibt. Diese Ehrenamtlichen tragen aufgrund ihrer vielfältigen außergemeindlichen Kontakte zu einer stärkeren missionarischen Wirkung der Gemeinden bei. Die Aufgabe der vorhandenen Hauptamtlichen besteht vor allem darin, die Ehrenamtlichen in ihren Kompetenzen zu stärken, zu ermutigen und zuzurüsten und ihnen im Engagement Vorbild zu sein.
Die Zahl der Gebäude ist dem wirklichen Bedarf deutlich mehr angeglichen worden. Für eine Vielzahl nicht ausreichend genutzter Immobilien konnten adäquate andere Nutzer und Konzepte gefunden werden, die verbliebenen konnten so ausgelastet und ertüchtigt werden, dass sie sich deutlich kostendeckender darstellen.
Der Kirchenkreis motiviert Gemeinden zu einer Entwicklung in dieser Richtung, sorgt für Vernetzung und Unterstützung, wo es nötig ist.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte die Beratung der Gemeinden verstärken, sich in die o.g. Richtung zu entwickeln.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Erfahrungen in der kreiskirchlichen Jugendarbeit, als Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer.

Dr. Christoph Schletter (Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Die Beantwortung dieser Frage fällt mir schwer, da ich einerseits bisher keinen Einblick in die Arbeit der Kreissynode habe und andererseits die Homepage des Ev. Kirchenkreises SOL keine (für mich erkennbaren Visionen) für die Zukunft aufzeigt. Aus meiner Mitarbeit im Gemeindekirchenrat der evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz weiß ich, welche finanziellen und personalen Schwierigkeiten jede einzelne Gemeinde in ihrem Handeln einschränken, zugleich ist mir bewusst, wie stark der Kirchenkreis Görlitzer Großprojekte (Sanierung der Kirche zur heiligen Dreifaltigkeit) unterstützt. Meine Vision wäre daher, dass es gelingt, wichtige Projekte der nächsten sechs Jahre gemeinsam voran zu bringen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte meinen Schwerpunkt gerne auf die Förderung des schulischen Religionsunterrichts setzen. Am beruflichen Schulzentrum Christoph Lüders in Görlitz (an dem ich als Religionslehrer tätig bin) bilden wir derzeit mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler aus. Für diese Aufgabe gibt es genau eine Lehrkraft in evangelischer Religion. Da ich ausschließlich in studienvorbereitenden Klassen eingesetzt bin, wird z.B. Sozialassistenten, Erziehern, Altenpflegern, aber auch Bäckern, Köchen oder Mechatronikern die Möglichkeit genommen, eine Wahl zwischen den Fächern Ethik und Religion zu treffen, genommen. Eine Professionalisierung bzw. Präsenz der Lehrkräfte über die gesamte Schullaufbahn, erscheint mir daher notwendig.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Mitarbeit im Gemeindekirchenrat der Innenstadtgemeinde Görlitz für 12 Jahre (2025 nicht wiedergewählt)
Mitglied im Bauausschuss der Görlitzer Innenstadtgemeinde
Langjähriger Abgesandter der Innenstadtgemeinde in das Kuratorium der evangelischen Kulturstiftung
Mitglied im Vorstand des Görlitzer Spendenparlaments
Durch meine Tätigkeit als Religionslehrer am beruflichen Schulzentrum Christoph Lüders in Görlitz habe ich Einblicke in Kritik und Desiderata junger Menschen an „Kirche“.

Jakob Seifert (Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich wünsche mir einen lebendigen und vernetzten Kirchenkreis, dem es gelingt die gute Botschaft des Evangeliums glaubhaft zu leben und in die Welt zu tragen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte die Zusammenarbeit der Gemeinden im Kirchenkreis insbesondere in meiner Heimatstadt Görlitz stärken. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Gottesdienste oder Gemeindefeste. Zudem liegt mir besonders am Herzen Menschen für Jesus zu gewinnen. Ich wünsche mir einen intensiven und guten Erfahrungsaustausch, wie Kirche sichtbarer für die Menschen in unseren Kirchenkreis werden kann.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Bedingt durch mein Studium in verschieden Städten in ganz Deutschland (Köln, Leipzig, Lübeck, Bamberg) konnte ich mehrere verschiede Kirchgemeinden kennenlernen. Dadurch war es mir möglich, neue Ideen, Impulse und Eindrücke über Gemeinde Leben und Gottesdienstgestaltung zu sammeln.

Anne – Magdalena Schubert (Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich sehe den Kirchenkreis als wichtige Institution mit einem gesicherten Haushalt und stabilen Mitgliederzahlen.
Ich wünsche mir Kirchgemeinden, die mit multiprofessionellen Teams arbeiten und von ihren Potenzialen profitieren.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte junge Menschen zu Mitarbeit bewegen und für sie ansprechende Angebote unterbreiten.
Ich möchte eine engere Zusammenarbeit der Kirchgemeinden fördern.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich habe verschiedene Ausbildungen absolviert. Als Steuerfachangestellte, kann ich mich gut in Zahlen und Jahresabschlüsse denken. Als Diakonin kann ich die Menschen in den Blick nehmen und geistlich-diakonische Akzente setzen.
Durch meine Arbeitsstelle und mein Ehrenamt bin ich Sitzungs- und Gremienarbeit gewohnt, kann mich effizient in Sachverhalte einarbeiten und versuche diese gut aufzunehmen und zu bearbeiten.

Reinhard Gebauer (Ev. Reformierte Gemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Der Kirchenkreis ist eine Verwaltungseinheit der Kirche unseres Herren Jesus Christus. Und als solche wird er bestehen, wenn er dabei hilft, Christus zu verkündigen und seine Liebe lebendig werden zu lassen. D.h. für mich, dass es seine Aufgabe ist, den einzelnen Gemeinden und Diensten Mittel so zur Verfügung zu stellen, dass sie diese Aufgabe erfüllen können.
Ich wünsche mir, dass wir in unserem Kirchenkreis unsere Nachbarschaft zwischen den Gemeinden pflegen und offen sind, um voneinander zu lernen und wo nötig unsere Kräfte zu bündeln..
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Da ich bei einer Wahl in die Synode neu wäre, kann ich hier noch keine konkreten Ziele für die Periode benennen. Ich möchte mich aber gern in die synodale Arbeit einarbeiten und mich im Sinne meiner Antwort zur Frage 1 engagieren.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Als Gesundheits- und Krankenpfleger vermittle ich häufig zwischen Patienten, die ihre persönliche Krankheitsgeschichte und Erfahrungen mitbringen, und den oft starren, eingeschliffenen Abläufen der Institution Krankenhaus. Ich vermute, dass solche Reibungsflächen auch in einer Institution wie der EKBO mit ihren den Einzelgemeinden übergeordneten Organisationseinheiten vorkommen können.

Daniela Härtig (Ev. Reformierte Gemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich den Kirchenkreis SOL als einen lebendigen, verlässlichen und geistlich geerdeten Raum, in dem Gemeinden trotz gesellschaftlicher Veränderungen stabil zusammenstehen.
Ich wünsche mir einen Kirchenkreis, der seine Mitglieder stärkt, Ehrenamtliche wertschätzt und unterschiedliche Generationen miteinander verbindet. Außerdem sehe ich Chancen, dass wir unsere regionale Identität – die Schlesische Oberlausitz – noch deutlicher sichtbar machen: durch klare Kommunikation, gemeinsame Projekte und Präsenz im öffentlichen Leben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
• Ich möchte dazu beitragen, dass Entscheidungen transparent nachvollziehbar bleiben und Menschen sich ernst genommen fühlen – insbesondere Ehrenamtliche und kleinere Gemeinden.
• Mir ist wichtig, dass wir Schwerpunkte klar benennen: Wo investieren wir Zeit, Kraft und Mittel? Wo müssen wir realistisch Prioritäten setzen?
• Ich würde gern Prozesse unterstützen, die Abläufe vereinfachen, Verantwortung fair verteilen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kirchenkreis und Gremien stärken.
• Außerdem möchte ich die Kommunikation verbessern – sowohl intern, damit Informationen verlässlich fließen, als auch extern, damit der Kirchenkreis positiv wahrgenommen wird.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
• Ich habe Erfahrung in verantwortlicher Gemeindearbeit und kenne die Herausforderungen vor Ort aus eigener Anschauung.
• Teamarbeit und konstruktiver Austausch gehören für mich selbstverständlich dazu.
• Ich bringe Organisationstalent, psychologische Kompetenzen sowie Zuverlässigkeit und die Fähigkeit mit, komplexe Themen verständlich zu strukturieren.
• In Diskussionen bin ich lösungsorientiert und wertschätzend – ich höre zu, beziehe Position, kann aber auch verschiedene Perspektiven zusammenführen.
• Darüber hinaus ist mir eine theologisch tragfähige und gleichzeitig praxisnahe Sicht wichtig..

Michael Zimmermann (Ev. Reformierte Gemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich den Ev. Kirchenkreis SOL in einem starken und vertrauensvollen Zusammenhalt. Die einzelnen Gemeinden arbeiten enger und konstruktiver zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Gleichzeitig bleiben die Gemeinden in ihrer Eigenständigkeit erhalten und werden in ihrer Eigenverantwortung gestärkt.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte zu einer transparenten und ehrlichen Kommunikation beitragen und mich für einen offenen Austausch einsetzen. Dabei ist mir eine lösungsorientierte und respektvolle Gesprächskultur besonders wichtig. Außerdem möchte ich Ideen für neue Formen von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen einbringen, um Kirche lebendig und zeitgemäß zu gestalten.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich bringe interkulturelle und kommunikative Kompetenzen mit, unter anderem bei der Durchführung von Sprachbegegnungen. Zudem habe ich Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen in meiner Gemeinde. Darüber hinaus habe ich Verantwortung in leitenden Tätigkeiten innerhalb der Gemeinde sowie im Vereinsleben übernommen, unter anderem in der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Sachsen e.V.

Katja Junge (Ev. Kreuzkirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Evangelischer Kirchenkreis in 6 Jahren: Ich hoffe auf besetzte Pfarr-, Kirchenmusiker- und Gemeindepädagogenstellen. Die Arbeit des neuen Kreiskantors hat hoffentlich positive Früchte getragen und wir haben eine reiche kirchenmusikalische Landschaft. Die Menschen im Kirchenkreis sind näher zusammengewachsen und denken auch über ihre Gemeinde und das nähere Umfeld hinaus. Schön wäre ein Kreiskirchenrat, in dem es sich so gut arbeitet wie in dem jetzt noch amtierenden.
Außerdem hoffe ich, dass der südöstlichste Kirchenkreis der EKBO in Berlin gut wahrgenommen und nicht als Peripherie betrachtet wird.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Die Kirchenmusik liegt mir am Herzen, ich freue mich darauf die anstehenden Entwicklungen zu begleiten. Außerdem die Entwicklung von Ideen die den Kirchenkreis in eine stabile Zukunft führen.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Eine abgeschlossene und eine laufende Legislatur im Gemeindekirchenrat der Kreuzkirche Görlitz, außerdem war ich Mitglied der letzten Kreissynode. Seit Mai 2024 auch im Kreiskirchenrat und in der Landessynode der EKBO aktiv.

Volker Richter (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Es ist zu vermuten, dass der Rückgang der Gemeindegliederzahlen sich weiter fortsetzt. Aus diesem Grund werden die Verantwortungsbereiche, nicht nur für die Pfarrpersonen, größer. Der Kirchenkreis, der aus der Summe seiner Einzelgemeinden besteht, wird als Antwort auf diese Entwicklungen in sechs Jahren noch stärker als bisher eine Gemeinschaft des Zusammenarbeitens sein. Darin sehe ich bei allen Befürchtungen, die wir Menschen vor notwendigen Veränderungen mitunter hegen, durchaus auch einiges an Positivem. Wir werden in einer Weise Kirche sein, die sich weiterhin ihren Aufgaben stellt und die horizonterweiternd wirkt, für uns einzelne und als Gemeinschaft. Der Auftrag „Geht hin in alle Welt“ (Mt. 28,19f) erhält hierin Handlungsdimension.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte weiterhin meine Erfahrungen, die sich aus einer gelungenen Gemeindefusion und aus den kirchengemeindlich nachbarschaftlichen Kontakten ergeben, einbringen. Hierzu bin ich gerne bereit, mich von Kirchengemeinden unseres Kirchenkreises ansprechen oder einladen zu lassen, um von diesen Erfahrungen zu berichten und so Unterstützung in allen strukturell notwendigen Abwägungsentscheidungen vor Ort zu geben. Ich möchte die, in der Synodalstruktur nötig gewordene Veränderung aktiv mittragen und so zur Gemeindevernetzung beitragen. Und ich möchte ermutigen, aus der oben ausgeführten Notwendigkeit heraus, neue Modelle der Leitungsverantwortung vor Ort zu denken und umzusetzen.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich bin seit 1998 Mitglied meines örtlichen Gemeindekirchenrates und seit 2013 Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Görlitz. Ebenfalls seit 2013 bin ich Mitglied des Kreiskirchenrates und noch deutlich länger Mitglied der Kreissynode. Seit 2017 arbeite ich als Prädikant im Kirchenkreis, davor weitere Jahre als Lektor. Darüber hinaus habe ich Erfahrungen einzubringen, die aus örtlicher Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen kommunalen Trägern resultieren.

Dr. Constanze Herrmann (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
„Prüft alles und behaltet das Gute.“ (1. Thessalonicher 5,21) hieß es in einer zurückliegenden Jahreslosung. In diesem Sinn ist es weiterhin unstrittiger Anspruch, dass die grundlegenden Dinge im Gebiet des Kirchenkreises abgesichert sind. Dazu gehört, dass die pfarramtliche Versorgung der Gemeinden in allen Regionen des Kirchenkreises sichergestellt ist und, wie bisher, ein ausgewogener stabiler Haushalt vorliegt.
Der Kirchenkreis ist von der Außenwelt fast unbemerkt Unterstützer in vielen Angelegenheiten, etwa bei musikalischen Dingen, im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu Beihilfen von Bau- und Restaurierungsvorhaben sowie der Förderung energetisch nachhaltiger Umbauten. Darin liegt eine Chance, dass sich Kirche, hier insbesondere der Kirchenkreis als solcher, mit wahrnehmbarer Außenwirkung zeigt.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ausgehend davon, dass der Kirchenkreis ein flächenmäßig großes Gebiet mit einer herausfordernden Ost-West-Ausdehnung und einer Nord-Süd-Distanz von jeweils etwa 100 km überspannt, besitzen die Regionen ganz natürlich unterschiedliche Prägungen, die zum großen Teil auch geschichtliches Erbe sind. Durch die verkleinerte und damit überschaubarere Synode bietet sich nun vor allem den synodalen Laien eine geeignete Plattform, um das breite Gemeindespektrum kennen zu lernen, in persönlichen Erfahrungsaustausch zu kommen, sich Rat zu holen, voneinander zu lernen und auch ganz praktische Dinge zu erörtern. Das könnten Erfahrungen bei der Umsetzung von Bauprojekten, Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben sein oder die Einbeziehung von Ehrenamtlichen in die vielfältigen Aufgaben der Gemeindearbeit, etwa den Kindergottesdienst. Die Leute müssen ja auch angeleitet werden. Welche Erfahrungen gibt es? Wie gelingt es die Öffnungszeiten der ‚Offene Kirchen‘ oder von Ausstellungen abzusichern? Mein Anliegen ist es, dass neben all den notwendigen geschäftlichen Dingen, die es während einer Tagung zu erledigen gilt, die Synode stärker auch zu einem Ort des individuellen Erfahrungsaustausches wird, so dass die Tagungsteilnehmer mit ganz praktischen Anregungen für die eigene Gemeinde in ihre Heimatorte zurückkehren.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
- Mitglied der 2. Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz
- Vizepräses der 2. Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz
- Mitglied des Kreiskirchenrates

Michael Schneider (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
- mehr gemeindeübergreifende Zusammenarbeit
- mehr Zusammenarbeit mit Partnern (z.B. CVJM, EC, ev. Allianz, …)
- weniger Verwaltungsaufwand als Reaktion auf sinkende Einnahmen
- Stärkung der „inneren“ und „äußeren“ Mission aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen in den Gemeinden
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
- Ausbau der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
- Werbung in den Gemeinden für Sensibilität bzgl. Schutzkonzept
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
- Erfahrungen in der Jugendarbeit / JG
- Mitarbeit GKR
- Neugier auf Gestaltungsmöglichkeiten

Marcel Kieslich (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In meinen Wunschvorstellungen sehe ich den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren als einen Kirchenkreis, der trotz knapper werdender Ressourcen und sich im Wandel befindlichen Zeiten klar
profiliert, verlässlich präsent und gut vernetzt ist: geistlich tragfähig, organisatorisch handlungsfähig und nah an den Menschen in unserer Region. Er reagiert schnell und mit Bedacht auf neue Gegebenheiten und Herausforderungen. Gemeinden arbeiten stärker kooperativ zusammen, nicht als Verlust von Identität, sondern als
Gewinn an Qualität: mehr gemeinsame Projekte, abgestimmte Gottesdienst- und Veranstaltungsplanung, geteilte Fachkompetenz und gegenseitige Unterstützung.
Ehrenamtliche sind nicht „helfende Hände am Rand“, sondern systematisch begleitet und gestärkt: mit guter Kommunikation, klaren Zuständigkeiten, Schulungen und Wertschätzungskultur.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben sichtbare Beteiligung und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Parallel dazu ist der Kirchenkreis digital so aufgestellt, dass Information,
Beteiligung und Zusammenarbeit einfacher werden, ohne dabei Menschen auszuschließen, die analog unterwegs sind. Insgesamt wünsche ich mir einen Kirchenkreis, der sich weniger über Strukturen definiert und an der Vergangenheit festhält, sondern mit bedachten, aber mutigen Schritten in die Zukunft geht, ohne dabei seinen Auftrag aus den Augen zu verlieren: Evangelium leben, Gemeinschaft ermöglichen, diakonisch handeln und Hoffnung in die Region tragen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
In der neuen Legislaturperiode möchte ich erreichen, dass Ehrenamtliche spürbar besser unterstützt und entlastet werden und gleichzeitig Nachwuchs gezielt gefördert wird. Dafür braucht es einen
ehrlichen Blick darauf, welche Zielgruppen wir derzeit gut erreichen und wo Angebote an den Menschen vorbeigehen. Gerade mit Blick auf sinkende Mitgliederzahlen halte ich es für wichtig, Formate zu stärken und neu zu entwickeln, die Kinder, Jugendliche, junge Familien und kirchenferne Menschen wirklich ansprechen. Gemeinden sollten dabei nicht allein gelassen werden, sondern konkrete Unterstützung bekommen – etwa durch praxisnahe Schulungen, Austausch von erprobten Konzepten, Begleitung in der Umsetzung und Strukturen, die Engagement erleichtern statt erschweren. Wertschätzung, klare Aufgabenprofile und verlässliche Ansprechpersonen sind dabei
zentrale Voraussetzungen, damit Ehrenamt langfristig tragfähig bleibt.
Außerdem möchte ich die Kooperation zwischen den Gemeinden im Kirchenkreis stärker fördern. Wo Gemeinden besser vernetzt sind, können sie voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam
Lösungen entwickeln. Gute Ideen und funktionierende Projekte sollten schneller sichtbar werden und leichter übertragbar sein, damit nicht jede Gemeinde alles neu erfinden muss. Gemeinsame Aktionen, regelmäßiger Erfahrungsaustausch und das Bündeln von Ressourcen können helfen, Kräfte zu sammeln und die Arbeit vor Ort zu stärken, ohne dass die jeweilige Gemeinde ihr eigenes Profil verliert.
Wichtig ist mir außerdem, dass wertvolle Begegnungsformate vor Ort nicht daran scheitern, dass einzelne Gemeinden sie finanziell nicht tragen können – etwa Freizeiten, Jugendfahrten, Familienangebote oder Ausflüge. Dafür wünsche ich mir klare, nachvollziehbare Förderwege und Antragsmöglichkeiten, über die Gemeinden bei Bedarf gezielt Unterstützung durch den Kirchenkreis erhalten können, ohne dass die Kosten vollständig auf Einzelne umgelegt werden müssen. Ebenso wichtig sind eine gute Sichtbarkeit und Übersichtlichkeit dieser Möglichkeiten, etwa durch leicht
auffindbare Listen, aus der Haupt- und Ehrenamtliche frühzeitig erkennen können, welche Förderungen grundsätzlich infrage kommen – damit Projekte planbar werden und nicht erst dann scheitern, wenn die Finanzierung schon zum Problem geworden ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist für mich Transparenz und verlässliche Kommunikation in synodalen Prozessen. Entscheidungen und Entwicklungen sollen nachvollziehbar sein, damit Gemeinden wissen, warum etwas entschieden wird und was das konkret bedeutet. Dazu gehören verständliche Informationen, klare Zuständigkeiten und Rückmeldeschleifen, in denen Anliegen aus den Gemeinden
aufgenommen und beantwortet werden. Besonders wichtig ist mir, dass es klare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gibt und Rückmeldungen nicht ins Leere laufen, sondern verbindlich bearbeitet werden. So entsteht Vertrauen und Veränderungen können besser gemeinsam getragen werden.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich bringe eine enge praktische Bindung an die Gemeindearbeit und zugleich einen strukturierten Blick auf Prozesse und Zusammenarbeit mit. Ehrenamtlich bin ich in meiner Gemeinde stark engagiert, besonders in der Kinder- und Jugendarbeit, und arbeite dort auch im entsprechenden Ausschuss mit. Zusätzlich bin ich jetzt auch im Gemeindekirchenrat der Versöhnungskirchengemeinde aktiv. Dadurch kenne ich sowohl die Perspektive „vor Ort“ als auch die Abläufe und
Herausforderungen von Gremienarbeit – und ich weiß, wie wichtig klare Kommunikation, Verlässlichkeit und gute Abstimmung sind, damit Engagement nicht versandet. Aus meinem beruflichen Hintergrund bringe ich Kompetenzen in Organisation, Dokumentation,
Koordination und digitaler Arbeitsweise mit: strukturierte Vorbereitung von Themen, konsequente Aufgabenverfolgung, Überblick über Abläufe und die Fähigkeit, Informationen so aufzubereiten, dass
sie für andere nutzbar werden. Gerade in synodalen Zusammenhängen ist das wichtig, weil gute Entscheidungen nicht nur gute Ideen brauchen, sondern auch klare Prozesse, Transparenz und
Verbindlichkeit. Inhaltlich liegt mir eine Kirche am Herzen, die sich weiterentwickelt und mutig in die Zukunft blickt, ohne dabei ihre Traditionen und geistlichen Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Ich bin regelmäßig im Gottesdienst und schätze die Formen, christlichen Bräuche und die Verlässlichkeit der Liturgie.
Zukunftsschritte bedeuten für mich nicht, Bewährtes über Bord zu werfen, sondern Traditionen bewusst zu bewahren und zugleich so zu gestalten, dass Menschen von heute darin Heimat finden
können. Diese Verbindung aus Praxisnähe, Kommunikationsfähigkeit und einem zugleich traditionsbewussten wie zukunftsorientierten Blick möchte ich konstruktiv in die synodale Arbeit einbringen.
Adelheid Drobny (Ev. GKG Waldhufen – Vierkirchen)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser evangl. Kirchenkreis SOL weiterhin durch zielstrebige Arbeit und mit viel Gottvertrauen auch in den nächsten 6 Jahren einen festen gemeinsamen Standort hat.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte mit den Kirchenältesten meines Wahlkreises Vierkirchen – Buchholz/Tetta noch enger zusammenarbeiten und gemeinsam nach anstehenden Lösungswegen suchen sowie durch Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort zu einem interessanten Gemeindeleben beitragen.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich bringe eine 16-jährige Erfahrung als Kreissynodale mit.

Aaron Schulz (Ev. GKG Waldhufen – Vierkirchen)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich einen Kirchenkreis, der lebendig und zukunftsgewandt ist – mit blühenden Landschaften auf kirchlichem Grund und Boden, die ein sichtbares Zeichen unserer Verantwortung für die Schöpfung sind. Ich sehe eine tiefe Erneuerung des Glaubens, bei der die Weisheit der älteren Generation mit der Kreativität und dem Tatendrang der Jüngeren zusammenkommt.
Ich sehe gemeinsame Baumpflanzaktionen und Naturgottesdienste, die das Miteinander stärken und Menschen neu mit Gott verbinden. Ich sehe, wie moderne Hilfsmittel – etwa KI zur Entlastung in Verwaltung und Kommunikation – eingesetzt werden, ohne dass wir unsere bewährten Traditionen verlieren. Kurz: Das Beste aus Alt und Neu, getragen von der Vision eines Gartens, den Gott uns anvertraut hat:
„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebauen und bewahren sollte.“ (1. Mose 2,15)
Genau diesen Garten Eden wollen wir gemeinsam in unserer Region gestalten – als Ort der Begegnung, des Glaubens und der Hoffnung. Ich sehe eine Aufbruchsstimmung, in der junge Menschen wieder zum Christentum finden, weil sie hier Raum vorfinden, kreativ mitzuwirken und ihren Glauben aktiv zu leben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte den Glauben an Jesus Christus den Menschen auf frische, einladende Weise nahebringen – vor allem durch die Verbindung von Natur, Musik und Gemeinschaft.
Konkret setze ich mich ein für:
• die Entwicklung neuer Bildungskonzepte für Jugendliche und Familien, die Naturschutz, Ernährung, Gemeinschaft und geistliche Bildung verbinden,
• praktische Projekte auf kirchlichem Land (z. B. Waldgärten, Streuobstwiesen, Kräutergärten), die Selbstversorgung fördern, Biodiversität schützen und zugleich finanzielle Mittel für dringende Sanierungen generieren,
• die Sammlung von Spenden und die Organisation von Benefizveranstaltungen, um das Kirchendach in Jänkendorf zu sichern – als sichtbares Zeichen, dass wir Verantwortung für unsere Gotteshäuser übernehmen.
Meine Bachelorarbeit im Studiengang Ökologische Landwirtschaft an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde widme ich genau diesem Themenfeld: Wie können Bildungsarbeit + Ernährung + Naturschutz + Gemeinschaft + finanzielle Stabilität + Tradition + Glaube zusammenwirken, um eine lebendige Evangelische Christusgemeinde in unserer Oberlausitz zu stärken?
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Mt 7,16) – Ich möchte, dass unser Kirchenkreis an guten, sichtbaren Früchten erkannt wird.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
• Praktische Erfahrung durch Teilnahme an mehreren Benefizkonzerten zur Restaurierung der historischen Bukow-Orgel in der Wehrkirche Nieder Seifersdorf – ich weiß, wie man Menschen begeistert und gemeinsam Mittel für kirchliche Projekte sammelt.
• Musikalische Fähigkeiten (Gesang, Klavier, Musikproduktion), die ich gerne in Gottesdienste und Veranstaltungen einbringe.
• Starke kommunikative Fähigkeiten und Erfahrung im Marketing (u. a. Social Media, Flyer, Veranstaltungsorganisation).
• Hoher Tatendrang, körperliche Einsatzbereitschaft und der Wunsch, die Oberlausitz als lebens- und glaubenswerte Region attraktiv für Zuzug und Verbleib zu machen.
• Gute Englischkenntnisse für überregionale und internationale Vernetzung (z. B. mit Partnerkirchen oder Förderprojekten).
• Tief verwurzelte Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eigene spirituelle Erfahrungen, die mich leiten.
„Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan“ (1. Mose 1,28) – nicht als Herrschaft, sondern als liebevolle Pflege. Genau diese Haltung bringe ich mit: engagiert, bodenständig, zukunftsorientiert und fest im Glauben verwurzelt.
Ich hoffe sehr, dass ich mit dieser Vision und meinen Gaben Ihr Vertrauen gewinnen darf, um unseren Kirchenkreis gemeinsam voranzubringen – im Dienst an Jesus Christus, an den Menschen und an der uns anvertrauten Schöpfung.

Thomas Liebig (Ev. GKG Waldhufen – Vierkirchen)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Die Gemeindegliederzahlen gehen weiter zurück und in den kommenden Jahren gehen im Umkreis mehrere Pfarrer in den Ruhestand. Immer mehr Aufgaben werden von Laien übernommen. Das birgt Chancen aber auch die Gefahr einer Überforderung durch Doppelbelastung. (Beruf aus Laienarbeit)
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte dazu beitragen, dass die Synode wieder stärker inhaltlich arbeitet und nicht nur „notwendige“ Beschlüsse fasst.
Durch die berufliche Tätigkeit habe ich häufig Kontakte zu Menschen ohne Beziehung zu Glauben und Kirche. Dabei muss ich feststellen, dass unsere christlichen Angebote an den Bedürfnissen und Fragen der meisten Menschen vorbeigehen. Ich möchte dazu beitragen Wege zu finden, wie wir Menschen am Rande und außerhalb der Kirche mit dem Evangelium erreichen.
Der Kirchenkreis befindet sich am Rand der Landeskirche, dies ist besonders bei Weiterbildungsangeboten spürbar. Darüber hinaus gibt es wenige Angebote für Laien. (Bildungsangebote sind fast immer in der Woche)
Daran müssen wir etwas ändern, da wie bereits bei der ersten Frage benannt, immer mehr Arbeit in den Gemeinden von Laien übernommen wird.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Seit über 50 Jahren arbeite ich aktiv in der Kirchengemeinde mit.
Gegenwärtige Mitarbeit bei der Gestaltung und Umsetzung der Brotzeiten, Mitarbeit bei der Jugendnacht und regionalen Evangelisationen, sowie der Veranstaltungen in meiner Kirchengemeinde Waldhufen/Vierkirchen.
Besonders bringe ich mich im Bereich Musik, Technik – Ton und Licht, Jugendarbeit und bei Bauangelegenheiten ein.


