
Pfr. Jörg Michel (Ev GKG Markersdorf – Königshain)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Die regionale Zusammenarbeit wird sich verstärken. Was bei den Konfirmanden schon ‚normal‘ geworden ist, wird sich für andere Gemeindebereiche entwickeln. Die hauptamtlichen Kompetenzen (pastorale Arbeit, Gemeindepädagogik, Kirchenmusik) werden weniger werden aus Kostengründen, aber sie werden mehr gestreut, um Ehrenamtliche vor Ort mit einzubinden.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich will gern diese Entwicklung begleiten und die ‚Kommunikation‘ zwischen Kirchenkreis und Kirchengemeinden fördern. Die neu gewählten Kreissynodalen werden für ihren Wahlbezirk dafür eine besondere Verantwortung haben. Persönlich möchte ich mich für das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ einbringen, das in der letzten Legislaturperiode wenig Resonanz gefunden hat aufgrund der vielfältigen anderen Themen (Strukturveränderungen usw.), die die Kirchengemeinden beschäftigt haben. Gleichfalls liegt mir etwas an einer Kirche, die sich eindeutig gesellschaftlich äußert für die Schwächsten und Benachteiligten.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Zu nennen wäre hier vielleicht die Mitarbeit in solchen Gremien seit etlichen Jahren – in Kreissynode und Landessynode. In meiner früheren Pfarrstelle in Hoyerswerda-Neustadt hatte ich mich eingebracht bei dem Netzwerk ‚Zivilcourage Hoyerswerda‘ und dem Bürgerbündnis ‚Hoyerswerda hilft mit Herz‘, das sich für die Integration von Geflüchteten engagierte.

Pfarrer Kevin Houghton (Ev. Versöhnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich den Kirchenkreis als klar geistlich profiliert und zugleich organisatorisch beweglich: weniger auf „Bewahrung von Strukturen“ fokussiert, stärker auf Auftrag, Präsenz und Kooperation. Ich wünsche mir vernetzte Regionen, in denen Gemeinden, Dienste und Werke gemeinsam planen, Ressourcen teilen und dennoch erkennbar vor Ort bleiben.
Finanziell und personell wird der Druck weiter steigen – umso wichtiger ist eine realistische Prioritätensetzung, transparente Entscheidungen und eine Kultur, die Mut macht: Kirche als verlässliche Partnerin in Bildung, Diakonie, Seelsorge und gesellschaftlichem Zusammenhalt – besonders auch in ländlichen Räumen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte drei Dinge konkret voranbringen:
Beteiligung und Transparenz: Entscheidungen nachvollziehbarer machen (Ziele, Kriterien, Folgen). Beteiligungsformate stärken, damit Haupt- und Ehrenamtliche frühzeitig eingebunden sind – und nicht erst, wenn alles „fertig“ ist.
Prioritäten klären – Auftrag stärken: Eine verständliche gemeinsame Linie: Was hat Vorrang (Gottesdienst, Seelsorge, Arbeit mit Kindern/Jugend, Diakonie, Bildung) – und was können wir künftig nur noch kooperativ oder reduziert leisten?
Zusammenarbeit erleichtern: Regionale Kooperationen so gestalten, dass sie entlasten statt belasten: klare Zuständigkeiten, weniger Doppelstrukturen, gute Kommunikation, Unterstützung für Ehrenamtliche.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich stehe als junger Kollege im Entsendungsdienst für eine Generation, die Kirche bereits in einer Phase des Umbruchs erlebt. Das ist für synodale Arbeit eine Chance: Veränderungen nicht nur verwalten, sondern gestalten – so, dass sie für Haupt- und Ehrenamtliche nachvollziehbar und machbar sind.
Ich bringe Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit und die Bereitschaft mit, mich intensiv in Themen wie Kooperationen, Nachwuchs/Ehrenamt und neue Formen kirchlicher Präsenz einzuarbeiten.

Thomas Seidel (Ev. GKG an Schöps und Neiße)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Gemeinsames Miteinander über alle Altersgruppen. Das sich die Aufgaben auf viele Schultern verteilen und nicht nur die aktiv sind, die schon immer alles gemacht haben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Unterstützung und Hilfen schaffen für ehrenamtlich Tätige.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Ich habe den KFU absolviert und gestalte als Lektor Gottesdienste in unserer Gemeinde. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und bin seit mehr als 43 Jahren bei der Deutschen Post beschäftigt, davon 27 Jahre als Sachbearbeiter. Jetzt bin ich in der Freistellung der Altersteilzeit.

Gerlinde Wünsche (Ev. GKG Markersdorf-Königshain)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich wünsche mir, Kirchengemeinden (inklusive Ortsgemeinden) mit gut besetzten und arbeitsfähigen Gemeindekirchenräten (inklusive Ortskirchenräten), die (noch) Freude, Elan und Spaß an dieser Arbeit haben, die ihre Aufgaben kennen und wahrnehmen und an möglichst vielen Stellen Multiplikator sind. Wenn es uns gelingt, die gesamte Aufgabenvielfalt breiter zu verteilen, kann viel erreicht werden und Ehrenamtliche werden vor Überforderung und Frustration geschützt. Eine gute Balance zwischen dem was „meine Aufgabe“ ist und dem „was kann ich gut abgeben“ ist zu finden – und könnte so manche gewinnbringende Nebenwirkungen haben. Gemeinschaft wird gelebt, eine Identifikation mit „meiner Kirchengemeinde“, so manche guten Gespräche, Ideen und Pläne kommen beim Miteinander tun ans Tageslicht bzw. werden ausgesprochen und – vielleicht auch umgesetzt. Ich sehe hier ein großes Potential, dass uns in den nächsten Jahren in unserer Arbeit in den Kirchengemeinden helfen kann.
Die Ältesten in den Gemeindekirchenräten sind oft am Rand ihrer Kraft.
Eine der Aufgaben der Gemeindekirchenräte sehe ich, in der breiteren Organisation des Ehrenamtes über alle Aufgaben in der Kirchengemeinde.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
– Stärkung der Gemeindekirchenräte incl. Ortskirchenräte
– Wie kann es uns gelingen, mehr Menschen in das kirchliche Engagement einzubeziehen
– Was sind unsere Kernaufgaben gemäß unserem kirchlichen Auftrag, worauf sollten wir uns konzentrieren in unseren Kirchengemeinden, wo müssen wir uns an neue Lebensverhältnisse anpassen (z.B. Gottesdienst, Kinder- und Jugendarbeit incl. Konfirmandenunterricht, Gebäudestruktur, Finanzen)
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Erfahrung in der synodalen Arbeit habe ich keine! Seit vielen Jahren bin ich Mitglied im GKR Markersdorf und jetzt nur im Ortskirchenrat Markersdorf. Und seit über 30 Jahren bin ich im kirchlichen Dienst, erst im Landesjugendpfarramt der damaligen Landeskirche Schlesische Oberlausitz, und seit 1999 im Bereich der Liegenschaftsverwaltung tätig, seit 2005 im KVA Lausitz, weiterhin im Bereich der Liegenschaften.
Aufgrund meiner Arbeit habe ich täglich mit Kirchengemeinden, GKR, Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Ältesten zu tun und nicht zuletzt natürlich auch mit unserer Rechtsaufsichtbehörde, dem Konsistorium. Kirchengesetze, Verwaltungsvorschriften und Verwaltungsausführungsverordnungen sollen unser Handeln auf sicherer Ebene ermöglichen und sind eben manchmal nicht so einfach zu verstehen – da könnte ich ggf. Kompetenz einbringen. .

Ulrich Warnatsch (Ev. Hoffnungskirchengemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich hoffe, dass es in überschaubar großen Gemeinden dann eine gewachsene Zahl von Ehrenamtlichen in allen Arbeitsbereichen gibt. Diese Ehrenamtlichen tragen aufgrund ihrer vielfältigen außergemeindlichen Kontakte zu einer stärkeren missionarischen Wirkung der Gemeinden bei. Die Aufgabe der vorhandenen Hauptamtlichen besteht vor allem darin, die Ehrenamtlichen in ihren Kompetenzen zu stärken, zu ermutigen und zuzurüsten und ihnen im Engagement Vorbild zu sein.
Die Zahl der Gebäude ist dem wirklichen Bedarf deutlich mehr angeglichen worden. Für eine Vielzahl nicht ausreichend genutzter Immobilien konnten adäquate andere Nutzer und Konzepte gefunden werden, die verbliebenen konnten so ausgelastet und ertüchtigt werden, dass sie sich deutlich kostendeckender darstellen.
Der Kirchenkreis motiviert Gemeinden zu einer Entwicklung in dieser Richtung, sorgt für Vernetzung und Unterstützung, wo es nötig ist.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte die Beratung der Gemeinden verstärken, sich in die o.g. Richtung zu entwickeln.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Erfahrungen in der kreiskirchlichen Jugendarbeit, als Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer.
Dr. Christoph Schletter (Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Die Beantwortung dieser Frage fällt mir schwer, da ich einerseits bisher keinen Einblick in die Arbeit der Kreissynode habe und andererseits die Homepage des Ev. Kirchenkreises SOL keine (für mich erkennbaren Visionen) für die Zukunft aufzeigt. Aus meiner Mitarbeit im Gemeindekirchenrat der evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz weiß ich, welche finanziellen und personalen Schwierigkeiten jede einzelne Gemeinde in ihrem Handeln einschränken, zugleich ist mir bewusst, wie stark der Kirchenkreis Görlitzer Großprojekte (Sanierung der Kirche zur heiligen Dreifaltigkeit) unterstützt. Meine Vision wäre daher, dass es gelingt, wichtige Projekte der nächsten sechs Jahre gemeinsam voran zu bringen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte meinen Schwerpunkt gerne auf die Förderung des schulischen Religionsunterrichts setzen. Am beruflichen Schulzentrum Christoph Lüders in Görlitz (an dem ich als Religionslehrer tätig bin) bilden wir derzeit mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler aus. Für diese Aufgabe gibt es genau eine Lehrkraft in evangelischer Religion. Da ich ausschließlich in studienvorbereitenden Klassen eingesetzt bin, wird z.B. Sozialassistenten, Erziehern, Altenpflegern, aber auch Bäckern, Köchen oder Mechatronikern die Möglichkeit genommen, eine Wahl zwischen den Fächern Ethik und Religion zu treffen, genommen. Eine Professionalisierung bzw. Präsenz der Lehrkräfte über die gesamte Schullaufbahn, erscheint mir daher notwendig.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Mitarbeit im Gemeindekirchenrat der Innenstadtgemeinde Görlitz für 12 Jahre (2025 nicht wiedergewählt)
Mitglied im Bauausschuss der Görlitzer Innenstadtgemeinde
Langjähriger Abgesandter der Innenstadtgemeinde in das Kuratorium der evangelischen Kulturstiftung
Mitglied im Vorstand des Görlitzer Spendenparlaments
Durch meine Tätigkeit als Religionslehrer am beruflichen Schulzentrum Christoph Lüders in Görlitz habe ich Einblicke in Kritik und Desiderata junger Menschen an „Kirche“.
Jakob Seifert (Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Ich wünsche mir einen lebendigen und vernetzten Kirchenkreis, dem es gelingt die gute Botschaft des Evangeliums glaubhaft zu leben und in die Welt zu tragen.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Ich möchte die Zusammenarbeit der Gemeinden im Kirchenkreis insbesondere in meiner Heimatstadt Görlitz stärken. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Gottesdienste oder Gemeindefeste. Zudem liegt mir besonders am Herzen Menschen für Jesus zu gewinnen. Ich wünsche mir einen intensiven und guten Erfahrungsaustausch, wie Kirche sichtbarer für die Menschen in unseren Kirchenkreis werden kann.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Bedingt durch mein Studium in verschieden Städten in ganz Deutschland (Köln, Leipzig, Lübeck, Bamberg) konnte ich mehrere verschiede Kirchgemeinden kennenlernen. Dadurch war es mir möglich, neue Ideen, Impulse und Eindrücke über Gemeinde Leben und Gottesdienstgestaltung zu sammeln.

Reinhard Gebauer (Ev. Reformierte Gemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
Der Kirchenkreis ist eine Verwaltungseinheit der Kirche unseres Herren Jesus Christus. Und als solche wird er bestehen, wenn er dabei hilft, Christus zu verkündigen und seine Liebe lebendig werden zu lassen. D.h. für mich, dass es seine Aufgabe ist, den einzelnen Gemeinden und Diensten Mittel so zur Verfügung zu stellen, dass sie diese Aufgabe erfüllen können.
Ich wünsche mir, dass wir in unserem Kirchenkreis unsere Nachbarschaft zwischen den Gemeinden pflegen und offen sind, um voneinander zu lernen und wo nötig unsere Kräfte zu bündeln..
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
Da ich bei einer Wahl in die Synode neu wäre, kann ich hier noch keine konkreten Ziele für die Periode benennen. Ich möchte mich aber gern in die synodale Arbeit einarbeiten und mich im Sinne meiner Antwort zur Frage 1 engagieren.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
Als Gesundheits- und Krankenpfleger vermittle ich häufig zwischen Patienten, die ihre persönliche Krankheitsgeschichte und Erfahrungen mitbringen, und den oft starren, eingeschliffenen Abläufen der Institution Krankenhaus. Ich vermute, dass solche Reibungsflächen auch in einer Institution wie der EKBO mit ihren den Einzelgemeinden übergeordneten Organisationseinheiten vorkommen können.
Daniela Härtig (Ev. Reformierte Gemeinde Görlitz)
Wo sehen Sie den Ev. Kirchenkreis SOL in sechs Jahren?
In sechs Jahren sehe ich den Kirchenkreis SOL als einen lebendigen, verlässlichen und geistlich geerdeten Raum, in dem Gemeinden trotz gesellschaftlicher Veränderungen stabil zusammenstehen.
Ich wünsche mir einen Kirchenkreis, der seine Mitglieder stärkt, Ehrenamtliche wertschätzt und unterschiedliche Generationen miteinander verbindet. Außerdem sehe ich Chancen, dass wir unsere regionale Identität – die Schlesische Oberlausitz – noch deutlicher sichtbar machen: durch klare Kommunikation, gemeinsame Projekte und Präsenz im öffentlichen Leben.
Was möchten Sie in der neuen Legislaturperiode konkret bewegen oder verändern?
• Ich möchte dazu beitragen, dass Entscheidungen transparent nachvollziehbar bleiben und Menschen sich ernst genommen fühlen – insbesondere Ehrenamtliche und kleinere Gemeinden.
• Mir ist wichtig, dass wir Schwerpunkte klar benennen: Wo investieren wir Zeit, Kraft und Mittel? Wo müssen wir realistisch Prioritäten setzen?
• Ich würde gern Prozesse unterstützen, die Abläufe vereinfachen, Verantwortung fair verteilen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kirchenkreis und Gremien stärken.
• Außerdem möchte ich die Kommunikation verbessern – sowohl intern, damit Informationen verlässlich fließen, als auch extern, damit der Kirchenkreis positiv wahrgenommen wird.
Welche Erfahrungen oder Kompetenzen bringen Sie in die synodale Arbeit ein?
• Ich habe Erfahrung in verantwortlicher Gemeindearbeit und kenne die Herausforderungen vor Ort aus eigener Anschauung.
• Teamarbeit und konstruktiver Austausch gehören für mich selbstverständlich dazu.
• Ich bringe Organisationstalent, psychologische Kompetenzen sowie Zuverlässigkeit und die Fähigkeit mit, komplexe Themen verständlich zu strukturieren.
• In Diskussionen bin ich lösungsorientiert und wertschätzend – ich höre zu, beziehe Position, kann aber auch verschiedene Perspektiven zusammenführen.
• Darüber hinaus ist mir eine theologisch tragfähige und gleichzeitig praxisnahe Sicht wichtig..


